Erste Sitzung mit einem Kind: Wie man den Kontakt herstellt

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👶 Klinische Praxis - Kinder

Erste Sitzung mit einem Kind: Wie man Kontakt herstellt

Die ersten Minuten einer Behandlung beeinflussen oft den weiteren Verlauf der Begleitung. Entdecken Sie die Techniken, um bereits beim ersten Termin eine solide therapeutische Allianz zu schaffen.

Die erste Sitzung mit einem Kind ist ein entscheidender Moment. In wenigen Minuten müssen Sie eine Vertrauensbasis mit einem kleinen Patienten aufbauen, der oft beeindruckt oder besorgt ist, während Sie die wesentlichen Informationen von den Eltern sammeln. Diese empfindliche Chemie beeinflusst das zukünftige Engagement des Kindes in seiner Rehabilitation.

🎯 Die Herausforderungen der ersten Sitzung

Das erste Treffen geht weit über die klinische Bewertung hinaus. Es legt die Grundlagen für die therapeutische Beziehung, die den gesamten Behandlungsverlauf unterstützen wird. Ein Kind, das sich wohlfühlt, wird sich voll und ganz auf die vorgeschlagenen Übungen einlassen.

🤝

Therapeutische Allianz

Ein Vertrauensverhältnis schaffen, das für das Engagement in der Rehabilitation unerlässlich ist

😊

Motivation

Das Kind dazu bringen, gerne zurückzukommen und aktiv an den Sitzungen teilzunehmen

📋

Bewertung

Die Fähigkeiten und Schwierigkeiten in einem entspannten und authentischen Klima beobachten

5 Min
um den ersten Eindruck zu schaffen
70%
des Erfolgs hängt von der Allianz ab
45-60
Minuten der ersten Sitzung
notwendige Geduld

📦 Die Begrüßung vorbereiten

Eine sorgfältige Vorbereitung der Umgebung und des Materials erleichtert den Ablauf der ersten Sitzung erheblich. Das Kind erkennt sofort, ob der Ort für es bestimmt ist.

Sichtbarer und einladender Spielbereich
Altersgerechtes Material vorbereitet
Attraktive Spielzeuge zur Verfügung
Aufgeräumter und ordentlicher Schreibtisch
Warmes Licht
Angenehme Temperatur
Patientenakte konsultiert
Rezept und Dokumente gelesen

💡 Der Tipp mit dem sichtbaren Spielzeug

Stellen Sie einige attraktive Spielzeuge gut sichtbar gleich am Eingang auf. Ein Kind, das einen Gegenstand sieht, der ihm gefällt, projiziert sich sofort in einen positiven Raum. Dieses Detail erleichtert die Trennung vom Elternteil und den Eintritt in das Büro erheblich.

👋 Die Begrüßung des Kindes

Die ersten Sekunden geben den Ton an. Ihre Haltung, Ihr Blick, Ihre Stimme kommunizieren bereits vor Ihren Worten. Das Kind bewertet sofort, ob es Ihnen vertrauen kann.

Phase 1: Das Treffen im Wartezimmer
⏱️ 2-3 Minuten

Holen Sie das Kind und seine Familie im Wartezimmer ab. Gehen Sie in die Hocke, um das Kind zu begrüßen. Stellen Sie sich einfach mit Ihrem Vornamen vor. Schlagen Sie vor, gemeinsam das Büro zu besichtigen.

Phase 2: Die Erkundung des Büros
⏱️ 3-5 Minuten

Lassen Sie das Kind den Raum in seinem eigenen Tempo erkunden. Zeigen Sie ihm die verfügbaren Spiele. Erklären Sie in einfachen Worten, was wir hier machen. Beantworten Sie seine Fragen geduldig.

Phase 3: Die Einrichtung
⏱️ 2-3 Minuten

Bitten Sie das Kind, zu wählen, wo es sitzen möchte. Bieten Sie ihm eine erste Wahl an Spiel oder Aktivität an. Beginnen Sie mit etwas Spielerischem und ohne offensichtlichen Druck.

◆ ◆ ◆

🌟 Kontakt herstellen

Der Kontaktaufbau basiert auf erprobten Techniken, die sich an jedes Kind anpassen. Die feine Beobachtung seiner Reaktionen leitet Ihre Anpassungen.

👀

Augenkontakt

Ein wohlwollender Blick, der nicht aufdringlich ist, auf Augenhöhe des Kindes

🗣️

Angemessene Stimme

Warmer Ton, ruhiges Tempo, moderates und beruhigendes Volumen

🧸

Medien durch Spiel

Das Spielzeug als Vermittler, um die Verbindung herzustellen

💬 Beispiele für Einstiegssätze

Logopäde : "Oh, ich sehe, dass du die Autos entdeckt hast! Magst du Autos? Ich auch! Möchtest du, dass wir zusammen eines auswählen?"
Logopäde : "Wow, ich mag dein T-Shirt mit dem Dinosaurier sehr! Weißt du, wie dieser Dinosaurier heißt?"
Logopäde : "Hier ist ein Ort zum Spielen und Lernen. Wir werden viele Spiele zusammen machen. Möchtest du sehen, was in dieser Box ist?"

⚠️ Dinge, die man vermeiden sollte

  • Zu viele Fragen zu Beginn stellen (Verhör-Effekt)
  • Nur mit den Eltern sprechen und das Kind ignorieren
  • Sofort mit formalen Tests beginnen
  • Physikalischen Kontakt erzwingen (Hand, Kuss)
  • Mit Geschwistern oder anderen Kindern vergleichen

👶 An das Alter anpassen

🧒 2-3 Jahre

Die Anwesenheit des Elternteils ist zu Beginn unerlässlich. Bevorzugte nonverbale Kommunikation. Sensorische Spielzeuge und Manipulation. Kurze Sitzungen (20-30 Min). Akzeptieren Sie Momente der freien Erkundung.

🧒 4-5 Jahre

Symbolische und fantasievolle Spiele. Handpuppen und Figuren. Offene Fragen zu seinen Interessen. Allmähliche Trennung vom Elternteil. Einfache Erklärungen zum "Warum" der Sitzungen.

👦 6-8 Jahre

Geeignete Gesellschaftsspiele. Diskussion über die Schule und Freunde. Klare Erklärung der Ziele. Einbeziehung in das therapeutische Projekt. Wertschätzung der Erfolge.

🧑 9-12 Jahre

Direkter und reifer Dialog. Respekt vor der Scham und Intimität. Gemeinsame Verhandlung der Ziele. Digitale Medien geschätzt. Raum für Fragen und Entscheidungen.

🎯 Spielerische Werkzeuge für Ihre ersten Sitzungen

Die DYNSEO-Anwendungen bieten attraktive Hilfsmittel, um den Kontakt zu Kindern bereits beim ersten Treffen herzustellen. COCO bietet über 30 Spiele für 5-10-Jährige an.

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😰 Schwierige Situationen managen

Das weinende Kind

Weinen ist bei den Jüngsten häufig. Bleiben Sie ruhig und beruhigend. Schlagen Sie den Eltern vor, so lange zu bleiben, wie nötig. Zwingen Sie niemals die Trennung. Manchmal hilft es, die Bewertung um ein paar Minuten zu verschieben, damit sich das Kind natürlich beruhigen kann.

Das stille Kind

Einige Kinder sagen während der ersten Sitzung kein Wort. Das ist oft vorübergehend. Bieten Sie Aktivitäten an, die keine verbale Kommunikation erfordern. Verwenden Sie visuelle Hilfsmittel. Lassen Sie der Zeit ihren Lauf, ohne Druck auszuüben.

Das unruhige Kind

Ein Kind, das sich viel bewegt, drückt manchmal seine Angst aus. Bieten Sie zu Beginn motorische Aktivitäten an. Wechseln Sie zwischen Sitzzeiten und Bewegungsmomenten. Strukturieren Sie den Raum klar und haltend.

💡 Die Goldene Regel

Betrachten Sie eine schwierige erste Sitzung niemals als Misserfolg. Jedes Kind hat sein eigenes Anpassungstempo. Eine Sitzung, in der das Kind einfach das Büro erkundet und frei spielt, bleibt eine erfolgreiche Sitzung, wenn sie die Grundlagen einer positiven Beziehung gelegt hat.

◆ ◆ ◆

👨‍👩‍👧 Die Rolle der Eltern

Der Umgang mit der Anwesenheit der Eltern während der ersten Sitzung erfordert Taktgefühl. Die Eltern müssen ebenso wie ihr Kind beruhigt werden, während sie Ihnen den notwendigen Raum lassen, um Ihre eigene Verbindung zum Kind aufzubauen.

👂

Den Eltern zuhören

Ihre Beobachtungen und Bedenken aufmerksam aufnehmen

💬

Ihre Vorgehensweise erklären

Beschreiben, was Sie tun werden und warum

🤝

Sie einbeziehen

Sie zu Partnern des therapeutischen Projekts machen

💬 Umgang mit der Trennung

An die Eltern : "Ich schlage vor, dass Sie die ersten Minuten bei uns bleiben, während [Vorname] sich mit dem Büro vertraut macht. Danach können Sie sich bequem im Wartezimmer setzen. Ich werde Sie am Ende der Sitzung abholen, um gemeinsam Rücksprache zu halten."

🏁 Die erste Sitzung abschließen

Das Ende der Sitzung ist ebenso wichtig wie der Anfang. Es hinterlässt den letzten Eindruck und bereitet die Rückkehr des Kindes vor.

Mit dem Kind

Werten Sie aus, was gut gelaufen ist. Weisen Sie einige Minuten vor dem Ende auf das Ende hin. Lassen Sie es ein Spiel für das nächste Mal auswählen. Verabschieden Sie sich herzlich und bestätigen Sie, dass Sie sich freuen, es getroffen zu haben.

Mit den Eltern

Geben Sie ein positives Feedback zur Sitzung. Erklären Sie Ihre ersten Beobachtungen ohne vorzeitige Diagnosen. Stellen Sie die geplante Fortsetzung vor. Beantworten Sie ihre Fragen. Planen Sie die nächsten Termine.

🎯 Fazit

Die erste Sitzung mit einem Kind ist ein besonderer Moment, der die Grundlagen für die gesamte Behandlung legt. Indem Sie eine einladende Umgebung schaffen, sich dem Tempo jedes Kindes anpassen und die Eltern einbeziehen, maximieren Sie die Chancen auf eine solide therapeutische Allianz.

Denken Sie daran, dass es keine "perfekte" erste Sitzung gibt. Das Wichtigste ist, dass das Kind mit dem Wunsch, zurückzukommen, und dem Gefühl, einen wohlwollenden Erwachsenen gefunden zu haben, dem es vertrauen kann, nach Hause geht.

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