Down-Syndrom (Trisomie 21): logopädische Begleitung
Das Down-Syndrom (Trisomie 21) ist die häufigste genetische Ursache für intellektuelle Beeinträchtigungen. Betroffene Personen weisen ein spezifisches Sprachprofil auf mit Stärken (soziale Kommunikation, Verständnis) und Schwierigkeiten (Ausdruck, Artikulation, Morphosyntax). Eine frühzeitige und langfristige logopädische Begleitung verbessert signifikant die kommunikativen Fähigkeiten.
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Spezifisches Sprachprofil
Personen mit Trisomie 21 weisen ein charakteristisches Sprachprofil auf, mit einer Dissociation zwischen Verständnis (relativ erhalten) und Ausdruck (schwieriger). Dieses Profil ist mit anatomischen, kognitiven und sensorischen Faktoren verbunden.
Faktoren, die die Sprache beeinflussen
- Anatomisch: muskuläre Hypotonie, relative Makroglossie, schmaler Gaumen, zahnärztliche Besonderheiten
- Sensorisch: häufige Mittelohrentzündungen, Hörverlust (50-80% der Fälle), Sehbehinderungen
- Kognitiv: variable intellektuelle Beeinträchtigung, Schwierigkeiten im kurzfristigen verbalen Gedächtnis
- Motorisch: häufige Sprechapraxie, Koordinationsschwierigkeiten
Stärken und Schwierigkeiten
| Stärken | Schwierigkeiten |
|---|---|
| Wortschatzverständnis | Verbaler Ausdruck |
| Nonverbale Kommunikation (Gesten, Ausdrücke) | Artikulation, Verständlichkeit |
| Soziale Fähigkeiten, Wunsch zu kommunizieren | Morphosyntax, komplexe Sätze |
| Visuelles Gedächtnis | Kurzzeitgedächtnis auditiv |
| Nachahmungslernen | Schnelle auditive Verarbeitung |
| Lesen (manchmal) | Phonologische Bewusstheit |
Sprachentwicklung
Die sprachliche Entwicklung folgt denselben Phasen wie bei typischen Kindern, jedoch mit einem langsamen Tempo und einem zunehmenden Abstand mit dem Alter.
Schlüsselphasen
- Babbeln: verzögert, oft zwischen 9-12 Monaten (vs. 6-8 Monate)
- Erste Wörter: durchschnittlich zwischen 18-24 Monaten (große Variabilität)
- Wortkombinationen: etwa 3-4 Jahre
- Sätze: langsame Entwicklung, oft einfache Sätze
💡 Die Bedeutung von Zeichen
Gesten und Zeichen (aus der LSF oder Makaton) sind besonders vorteilhaft für Kinder mit Trisomie 21. Sie nutzen ihre visuellen Stärken, unterstützen die Kommunikation, während die mündliche Sprache sich entwickelt, und verzögern nicht das Erscheinen der Sprache (im Gegenteil, sie erleichtern es).
Oralität und Ernährung
Hypotonie und anatomische Besonderheiten können bereits bei der Geburt zu Schwierigkeiten bei der Ernährung führen:
- Schwaches Saugen bei Säuglingen
- Schwierige Kaubewegungen (Hypotonie, Koordination)
- Schlucken manchmal unreif
- Speicheln aufgrund von Lippenhypotonie
Die Begleitung der Oralität ist Teil der frühen logopädischen Versorgung.
Logopädische Intervention
Frühzeitigkeit
Die logopädische Intervention sollte bereits in den ersten Lebensmonaten beginnen: Elternberatung, Stimulation der Oralität, Förderung der Kommunikation. Je früher die Unterstützung erfolgt, desto besser sind die Ergebnisse.
Arbeitsfelder
Frühe Kommunikation: gemeinsame Aufmerksamkeit, abwechselnde Gespräche, Nachahmung, kommunikative Gesten, Zeichen.
Oralität: Ernährung, oro-faziale Muskulatur, Sensibilität, Praxien.
Mündliche Sprache: Wortschatz (mit visueller Unterstützung), Morphosyntax, Erzählung.
Artikulation und Sprache: Verständlichkeit, Rhythmus, Prosodie. Achten Sie auf häufige Apraxie.
Schriftliche Sprache: Lesen kann eine Stütze für die mündliche Sprache sein (ganzheitliche Methode, dann analytisch).
Pädagogische Anpassungen
- Systematische visuelle Hilfsmittel: Bilder, Piktogramme, Zeichen
- Kurz und konkrete Anweisungen
- Wiederholung und Routine
- Manipulation und aktives Lernen
- Reaktionszeit: Zeit zum Antworten lassen
- Positive Verstärkung
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Häufig gestellte Fragen
Nein, im Gegenteil. Studien zeigen, dass Zeichen die Entwicklung der mündlichen Sprache bei Kindern mit Trisomie 21 unterstützen. Sie ermöglichen die Kommunikation, während die Sprache sich entwickelt, reduzieren Frustration und dienen als "Brücke" zur mündlichen Sprache. Kinder geben die Zeichen natürlich auf, wenn sie sich verbal ausdrücken können.
Die logopädische Begleitung kann lebenslang vorteilhaft sein, mit Zielen, die an jede Phase angepasst sind: frühe Kommunikation, mündliche Sprache, Lesen, Erhalt der Kenntnisse, berufliche Kommunikation... Die Intensität variiert je nach Zeitraum und Bedarf. Sogar im Erwachsenenalter sind Fortschritte möglich.
Ja, viele Personen mit Trisomie 21 lernen zu lesen, manchmal auf gutem Niveau. Lesen kann sogar eine Stütze für die mündliche Sprache sein (geschriebene Wörter sind stabil, im Gegensatz zu gehörten Wörtern). Ein Ansatz, der ganzheitliche und analytische Methoden kombiniert, mit vielen visuellen Hilfsmitteln, führt zu guten Ergebnissen.
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