Elternberatung in der Sprachtherapie: umfassender Leitfaden
Die Elternberatung ist ein Ansatz, der die Eltern in den Mittelpunkt der Begleitung ihres Kindes stellt. Anstatt die Stimulation vollständig dem Sprachtherapeuten während der Sitzungen zu überlassen, werden die Eltern ausgestattet, damit sie die Hauptakteure der sprachlichen Entwicklung ihres Kindes im Alltag in natürlichen Kommunikationssituationen werden.
👨👩👧 Ressourcen für die Elternberatung
Beratungskarten, Stimulationstools, Werkzeuge für Eltern
Zugriff auf die Werkzeuge →📋 Inhaltsverzeichnis
Was ist Elternberatung?
Die Elternberatung ist ein indirekter Ansatz der sprachtherapeutischen Intervention. Anstatt direkt mit dem Kind zu arbeiten, schult und begleitet der Sprachtherapeut die Eltern, damit sie ihre Interaktionen mit dem Kind im Alltag verändern und so eine optimale sprachliche Umgebung schaffen.
Was es ist
- Die Eltern mit konkreten Strategien ausstatten
- Alltägliche Momente in Stimulation verwandeln
- Das Elternvertrauen stärken
- Auf die Eltern-Kind-Beziehung setzen
Was es nicht ist
- Den Eltern "Hausaufgaben" zu geben
- Die Eltern zu Therapeuten zu machen
- Die Eltern zu beschuldigen
- Die direkte Therapie zu ersetzen, wenn sie notwendig ist
Warum dieser Ansatz?
💡 Die Eltern sind die besten Stimulanten
- Das Kind verbringt viel mehr Zeit mit seinen Eltern als mit dem Sprachtherapeuten
- Die Eltern kennen ihr Kind, seine Interessen, seine Routinen
- Stimulation in natürlichen Situationen ist effektiver
- Forschungen zeigen die Effektivität dieses Ansatzes
- Er stärkt die Eltern-Kind-Bindung
Schlüsselprinzipien
🎯 Dem Interesse des Kindes folgen
Beobachten, was das Kind interessiert, und diese Interessen als Kommunikationsunterstützung nutzen. Das Kind ist motivierter und aufmerksamer, wenn man über das spricht, was es begeistert.
👀 Sich auf seine Ebene begeben
Körperlich (auf Augenhöhe, gegenüber) und sprachlich (das Sprachniveau anpassen, leicht komplexere Sätze als die des Kindes verwenden).
⏸️ Warten und beobachten
Dem Kind Zeit geben, um zu initiieren und zu antworten. Nicht alle Stille überbrücken. Erwartungen schaffen (Pausen, Routinen), um das Kind zur Kommunikation zu ermutigen.
🔄 Umformulieren und bereichern
Wiederholen, was das Kind sagt, in korrekter und/oder bereicherter Form. "Voitule!" → "Ja, das ist ein rotes Auto!" Ohne zu verlangen, dass es wiederholt.
💬 Seine Handlung kommentieren
In Worte fassen, was das Kind tut, was es sieht, was es fühlt. "Du baust einen Turm. Oh, er ist hoch!"
Konkrete Strategien zur Weitergabe
Während des Spiels
- Parallel spielen und kommentieren
- Nachahmen, was das Kind tut
- Absichtlich Fehler machen, um Kommunikationsmöglichkeiten zu schaffen
- Wahlmöglichkeiten anbieten anstelle von geschlossenen Fragen
Während der Routinen
- Objekte, Aktionen, Personen benennen
- Sprachrituale schaffen (Lieder, Formeln)
- Pausen in bekannten Routinen machen, damit das Kind ergänzt
- Regelmäßig die gleichen Wörter verwenden (Wiederholung)
Während des Lesens
- Bilder zeigen
- Offene Fragen stellen
- Verbindungen zum Leben des Kindes herstellen
- Das Kind die Seiten umblättern lassen, zeigen
Praktische Umsetzung
Format der Sitzungen
- Beobachtung der Eltern-Kind-Interaktionen (Video oder live)
- Gemeinsame Analyse: Stärken und Verbesserungsbereiche identifizieren
- Demonstration durch den Sprachtherapeuten
- Praxis durch die Eltern mit Feedback
- Konkrete Ziele für zu Hause festlegen
Haltung des Sprachtherapeuten
- Wohlwollen: Wertschätzung dessen, was die Eltern bereits gut machen
- Partnerschaft: Die Eltern sind die Experten ihres Kindes
- Anpassung: Den familiären, kulturellen Kontext berücksichtigen
- Schrittweise: Eine Strategie nach der anderen
Unsere Werkzeuge zum Herunterladen
🎵 Illustrierte Kinderlieder
Kinderspiele mit Gesten für die Eltern-Kind-Routinen.
Herunterladen🖼️ Alltagsbilder
Bilder zur Bereicherung des Wortschatzes im Alltag.
Herunterladen📷 Sequenzbilder
Einfache Geschichten, um gemeinsam zu erzählen.
Herunterladen📋 Kommunikationsheft
Für die Nachverfolgung zwischen den Sitzungen und zu Hause.
HerunterladenHäufig gestellte Fragen
Nicht immer. Für kleine Kinder (unter 3-4 Jahren) und Sprachverzögerungen ist die Beratung oft die erste Intervention und kann ausreichend sein. Bei schwereren oder etablierten Störungen ergänzt sie die direkte Therapie. Beide Ansätze können kombiniert werden: Sitzungen mit dem Kind + Elternberatung.
Die Ziele an die familiäre Realität anpassen. Strategien vorschlagen, die sich in das integrieren, was sie bereits tun (Essen, Baden, Fahrten). Kleine, konkrete Ziele, selbst 10 Minuten pro Tag, können einen Unterschied machen. Videos nutzen, damit die Eltern die Demonstrationen erneut ansehen können. Andere Erwachsene (Großeltern, Tagesmütter) einbeziehen.
Das ist ein Risiko, wenn es schlecht präsentiert wird. Der Sprachtherapeut muss eine wertschätzende Haltung einnehmen: Die Eltern machen bereits viele Dinge gut, wir werden auf ihren Stärken aufbauen. Die Schwierigkeiten des Kindes sind nicht ihre Schuld. Wir geben ihnen zusätzliche Werkzeuge, keine Vorwürfe. Der Rahmen muss wohlwollend und ohne Urteil sein.
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