Gruppenmanagement von autistischen Kindern: Schulung für Erzieher in Einrichtungen | DYNSEO

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Gruppenmanagement von autistischen Kindern: Schulung für Erzieher in Einrichtungen

Konkrete Strategien zur effektiven Leitung und Begleitung einer Gruppe von Kindern mit unterschiedlichen Bedürfnissen

Eine Gruppe von autistischen Kindern zu leiten, stellt eine besondere Herausforderung für Erzieher dar. Jedes Kind hat sein eigenes Profil, seine Bedürfnisse, seine Reaktionen, und was für das eine Kind funktioniert, kann für ein anderes nicht geeignet sein. Die Kommunikationsschwierigkeiten, sensorischen Besonderheiten und das Bedürfnis nach Vorhersehbarkeit summieren sich in der Gruppendynamik. Eine spezifische Schulung ermöglicht es den Erziehern, die notwendigen Strategien zu erwerben, um diese komplexen Situationen effektiv zu managen.

Die spezifischen Herausforderungen des Gruppenmanagements

Die Leitung einer Gruppe von autistischen Kindern unterscheidet sich grundlegend von der Leitung einer neurotypischen Gruppe. Autistische Kinder haben oft Schwierigkeiten, die impliziten Regeln der Gruppe zu verstehen, auf ihren Turn zu warten und die Aufmerksamkeit des Erwachsenen zu teilen. Die häufigen Übergänge in Gruppenaktivitäten sind kritische Momente. Emotionale Ansteckung kann die Stimmung der Gruppe schnell kippen, wenn ein Kind in eine Krise gerät.

1:4
empfohlene Erwachsen/Kinder-Quote
6-8
maximale ideale Gruppengröße
70%
der Vorfälle im Zusammenhang mit schlecht vorbereiteten Übergängen

Jedes Kind der Gruppe kennenlernen

Der erste Schritt zu einem effektiven Gruppenmanagement ist, jedes Kind individuell gut zu kennen: seine Kommunikationsweise, sein Verständnisniveau, seine sensorischen Besonderheiten, seine Interessen, seine Stresssignale, seine Regulierungstrategien. Ein zusammenfassendes Blatt für jedes Kind, das allen Erwachsenen zugänglich ist, ermöglicht es, dieses geteilte Wissen aufrechtzuerhalten.

Individuelles Profilblatt

Für jedes Kind dokumentieren: Sprachlevel und bevorzugte Kommunikationsweise, Verständnisniveau der Anweisungen, sensorische Besonderheiten (was beruhigt / was stört), Interessen und Motivationen, Alarmsignale (Vorzeichen von Stress), effektive Regulierungstrategien, Verhaltensweisen, die nicht verstärkt werden sollten. Dieses Blatt ist ein wesentliches Werkzeug für das Team.

Den Raum und die Zeit strukturieren

Raumorganisation

Der Raum sollte in klare Zonen mit identifizierbaren Funktionen organisiert sein: Bereich für kollektive Aktivitäten, Bereich für individuelle Arbeit, Versammlungsbereich, Rückzugsbereich. Diese visuelle Struktur hilft den Kindern, zu verstehen, was in jedem Bereich erwartet wird. Bodenmarkierungen, mobile Trennwände und abgegrenzte Ecken tragen zu dieser Klarheit bei.

Visueller gemeinsamer Stundenplan

Ein visueller gemeinsamer Stundenplan, der ausgehängt und regelmäßig konsultiert wird, ermöglicht es allen zu wissen, was als Nächstes passiert. Individuelle Stundenpläne ergänzen diese Unterstützung für die Kinder, die sie benötigen. Sich vor jedem Übergang auf den Stundenplan zu beziehen, hilft den Kindern, den Wechsel vorherzusehen.

Übergänge managen

Übergänge sind die risikobehaftetsten Momente im Gruppenmanagement. Jeden Übergang vorzubereiten (Ankündigung, schrittweise Warnungen, klares Signal), konstante Rituale zu verwenden und Beschäftigungen für Wartezeiten einzuplanen, reduziert die Schwierigkeiten erheblich. Physische Begleitung für die Kinder, die am meisten Schwierigkeiten haben, kann notwendig sein.

  • Den Übergang im Voraus ankündigen (5-10 Minuten)
  • Erinnern, was als Nächstes im Stundenplan kommt
  • Ein konstantes Signal verwenden (Lied, Glocke, Timer)
  • Schrittweise Warnungen geben (5 Min, 2 Min, jetzt)
  • Eine Übergangsaktivität vorschlagen (Lied, Reim)
  • Die Kinder, die es benötigen, physisch begleiten
  • Erfolgreiche Übergänge loben

Die kollektiven Aktivitäten leiten

Die Gruppenaktivitäten müssen an die Fähigkeiten aller Kinder angepasst werden, mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Die Anweisungen sind kurz, konkret, begleitet von Demonstrationen und visuellen Hilfen. Der Erzieher überprüft individuell das Verständnis. Die Aktivitätszeiten sind kurz mit häufigen Pausen.

"Die Schulung zum Gruppenmanagement war ein Wendepunkt. Ich habe gelernt, vorauszudenken, zu strukturieren und zu differenzieren. Die Tage sind jetzt viel flüssiger, und die Kinder sind ruhiger. Was sich am meisten verändert hat, ist meine Art, die Übergänge vorzubereiten: dort spielte sich alles ab."

— Fachkraft für Sonderpädagogik, IME

💡 Ergänzende Ressourcen

Der DYNSEO-Leitfaden zur Begleitung autistischer Kinder bietet anwendbare Strategien für Gruppen. Für Einrichtungen, die auch Erwachsene betreuen, ergänzt der Leitfaden zur Begleitung autistischer Erwachsener diese Ressourcen.

Fazit: Eine Kompetenz, die erlernt werden kann

Das Gruppenmanagement von autistischen Kindern ist eine komplexe Fähigkeit, die spezifische Schulung und Praxis erfordert. Jedes Kind zu kennen, die Umgebung zu strukturieren, Übergänge vorzubereiten und Aktivitäten zu differenzieren, sind die Schlüssel zu einer erfolgreichen Gruppenbegleitung. Werkzeuge wie COCO und die DYNSEO-Schulungen unterstützen die Erzieher bei dieser Kompetenzentwicklung.

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