kognitive stimulation bei erwachsenen: empfohlene techniken und unterstützungen

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👴 Klinische Praxis - Erwachsene & Senioren

Kognitive Stimulation bei Erwachsenen: Empfohlene Techniken und Hilfsmittel

Kognitive Stimulation ermöglicht es, die geistigen Funktionen in jedem Alter aufrechtzuerhalten und zu stärken. Entdecken Sie die validierten Ansätze und effektiven Hilfsmittel, um Ihre erwachsenen Patienten zu unterstützen.

Kognitive Stimulation stellt eine Säule der sprachtherapeutischen Behandlung bei Erwachsenen dar, sei es bei postlesionaler Rehabilitation, der Prävention kognitiven Abbaus oder der Erhaltung der Fähigkeiten bei neurodegenerativen Erkrankungen. Dieser Ansatz stützt sich auf die Gehirnplastizität, um die kognitive Funktion zu optimieren.

🧠 Theoretische Grundlagen

Kognitive Stimulation basiert auf dem Konzept der Gehirnplastizität: der Fähigkeit des Gehirns, sich zu verändern, neue Verbindungen zu schaffen und seine neuronalen Netzwerke im Laufe des Lebens neu zu organisieren. Diese Plastizität, obwohl sie mit dem Alter abnimmt, bleibt bestehen und kann durch angemessenes Training mobilisiert werden.

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Gehirnplastizität

Fähigkeit des Gehirns, sich neu zu organisieren und neue Verbindungen zu schaffen

📈

Kognitive Reserve

Ansammlung von Kapital, das die Auswirkungen des Alterns ausgleichen kann

Use it or lose it

Unbenutzte Funktionen nehmen ab, Training erhält sie

86B
Neuronen im Gehirn
100T
synaptische Verbindungen
Potenzial für Plastizität
+25%
Effektivität durch Training

🎯 Die gezielten kognitiven Funktionen

💭 Gedächtnis

  • Arbeitsgedächtnis (Manipulation von Informationen)
  • Episodisches Gedächtnis (persönliche Erinnerungen)
  • Semantisches Gedächtnis (Wissen)
  • Prozedurales Gedächtnis (Automatismen)

👁️ Aufmerksamkeit

  • Aufrechterhaltene Aufmerksamkeit (zeitliche Beibehaltung)
  • Selektive Aufmerksamkeit (Filterung)
  • Geteilte Aufmerksamkeit (Doppeltätigkeit)
  • Vigilanz (Alarmbereitschaft)

⚙️ Exekutive Funktionen

  • Planung und Organisation
  • Mentale Flexibilität
  • Hemmung (Kontrolle von Automatismen)
  • Schlussfolgerungen und Problemlösung

🗣️ Sprache

  • Lexikalischer Zugang und Benennung
  • Mündliches und schriftliches Verständnis
  • Ausdruck und Rede
  • Verbale Flüssigkeit

👥 Betroffene Bevölkerungsgruppen

✅ Indikationen für kognitive Stimulation

  • Post-Schlaganfall: Rehabilitation kognitiver Störungen nach einem Schlaganfall
  • Schädel-Hirn-Trauma: Wiederherstellung exekutiver und aufmerksamer Funktionen
  • Neurodegenerative Erkrankungen: Erhaltung der Fähigkeiten (Alzheimer, Parkinson, MS)
  • Gedächtnisbeschwerden: Prävention und Training des normalen Alterns
  • Psychiatrische Erkrankungen: Schizophrenie, Depression mit kognitiven Störungen
  • Kognitive Ermüdung: Post-COVID, Burnout, Chemotherapie

💡 Ziele an die Erkrankung anpassen

Kognitive Stimulation verfolgt je nach Kontext unterschiedliche Ziele. Nach einem Schlaganfall zielt man auf die Wiederherstellung. Im normalen Altern auf die Prävention. Bei neurodegenerativen Erkrankungen auf die Erhaltung und die Verlangsamung des Abbaus. Diese Unterscheidung lenkt die therapeutischen Entscheidungen.

◆ ◆ ◆

✨ Prinzipien effektiver Intervention

1
Personalisierung

Die Übungen an das kognitive Profil des Patienten, seine Interessen und sein kulturelles Niveau anpassen. Ein standardisiertes Programm, das für alle gleich ist, ist weniger effektiv.

2
Fortschritt

Die Schwierigkeit schrittweise erhöhen, um ein optimales Herausforderungsniveau aufrechtzuerhalten. Zu einfach = kein Fortschritt. Zu schwierig = Entmutigung.

3
Regelmäßigkeit

Häufiges und regelmäßiges Training ist effektiver als intensive, zeitlich verstreute Sitzungen. Idealerweise tägliche, auch kurze Übungen.

4
Vielfalt

Verschiedene Funktionen ansprechen und die Hilfsmittel variieren, um eine umfassende Stimulation und die Aufrechterhaltung der Motivation zu gewährleisten.

5
Ökologie

Die Übungen mit alltäglichen Lebenssituationen verbinden, um den Transfer zu fördern und dem Training Sinn zu geben.

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🎮 Übungen und Techniken

Arbeitsgedächtnis
Spannen und Manipulation

Wiederholung von Reihen (Zahlen, Wörter) in direkter und umgekehrter Reihenfolge. Kopfrechnen. Rückwärts buchstabieren. Manipulation von Informationen im Gedächtnis.

Episodisches Gedächtnis
Kodierung und Abruf

Einprägen von Listen mit Strategien (mentale Bilder, Kategorisierung). Abruf von Texten und Geschichten. Verzögerte Wiedererkennung.

Aufmerksamkeit
Konzentration und Geschwindigkeit

Visuelle Blockaden (Ziele unter Ablenkungen finden). Doppelte Aufmerksamkeitstests. Zeitlich begrenzte Übungen. Befolgung komplexer Anweisungen.

Exekutive Funktionen
Planung und Flexibilität

Logische Problemlösungen. Planung von Routen oder Aufgaben. Übungen zur Sortierung nach wechselnden Kriterien. Hemmung automatischer Antworten.

Sprache
Flüssigkeit und Evokation

Kategorielle und wörtliche Flüssigkeit. Benennung anhand von Definitionen. Antonyme, Synonyme. Satzvollendungen. Lesen und Verständnis von Texten.

Visuo-spatial
Orientierung und Konstruktion

Puzzles und Tangrams. Nachbildung von Figuren. Orientierung auf einem Plan. Mentale Rotation. Konstruktionsspiele.

📚 Empfohlene Hilfsmittel

Traditionelle Hilfsmittel

  • Übungshefte: HAPPYneuron, Stimul'Art, Veilex
  • Brettspiele: SET, Rush Hour, Mastermind, Scrabble
  • Karten und Bilderbücher: Benennungshilfen, Kategorisierung
  • Puzzles: Schwierigkeitsgrade je nach Anzahl der Teile

Digitale Hilfsmittel

  • DYNSEO-Anwendungen: JOE (Erwachsene) und EDITH (Senioren)
  • HAPPYneuron Pro: Vollständige professionelle Plattform
  • CogniFit: Bewertung und Training
  • Peak, Lumosity: Hochwertige Anwendungen für die breite Öffentlichkeit

💡 Hilfsmittel kombinieren

Der Wechsel zwischen Papier-Bleistift-Übungen, konkreter Manipulation und digitalen Hilfsmitteln bereichert die Stimulation und erhält die Motivation. Jede Modalität hat spezifische Vorteile, die je nach Patienten und Zielen genutzt werden können.

◆ ◆ ◆

🏠 Transfer in den Alltag

Kognitive Stimulation sollte nicht auf die Sitzungen der Sprachtherapie beschränkt bleiben. Ziel ist es, anregende Lebensgewohnheiten zu entwickeln und Strategien zu erlernen, die im Alltag anwendbar sind.

📰

Alltagsaktivitäten

Lesen, Kreuzworträtsel, Sudoku, Kartenspiele, Diskussionen, Lernen

🏃

Körperliche Aktivität

Sport stimuliert ebenfalls das Gehirn: Gehen, Schwimmen, Tanzen, sanfte Gymnastik

👥

Soziales Leben

Soziale Interaktionen sind ein kraftvoller natürlicher kognitiver Stimulator

Komplementäre Strategien

  • Merkhilfe: Notizbücher, Listen, Kalender, Anwendungen
  • Organisation: Routinen, feste Ablagen, Checklisten
  • Aktive Kodierung: Wiederholung, Assoziation, Visualisierung
  • Vereinfachung: Eine Sache nach der anderen, Ablenkungen minimieren

⚠️ Grenzen und Vorsichtsmaßnahmen

⚠️ Was kognitive Stimulation nicht leisten kann

  • Eine neurodegenerative Erkrankung heilen
  • Endgültig verlorene Funktionen wiederherstellen
  • Eine medizinische Behandlung ersetzen
  • Eine absolute Prävention des Abbaus garantieren

Kognitive Stimulation ist ein wertvolles, aber kein wundersames Werkzeug. Sie ist Teil einer umfassenden Betreuung, die medizinische Nachsorge, Lebensstil, körperliche Aktivität und die Aufrechterhaltung sozialer Kontakte umfasst. Ihre Vorteile sind real, müssen aber den Patienten und ihren Angehörigen ehrlich vermittelt werden.

🎯 Fazit

Kognitive Stimulation stellt einen wichtigen Aspekt der sprachtherapeutischen Intervention bei Erwachsenen dar. Indem sie sich auf die Gehirnplastizität stützt und ein personalisiertes, regelmäßiges und schrittweises Training anbietet, ermöglicht sie es, die kognitiven Funktionen in jedem Alter aufrechtzuerhalten und zu optimieren.

Der Sprachtherapeut verfügt heute über eine breite Palette von Werkzeugen, von traditionellen Hilfsmitteln bis hin zu digitalen Anwendungen, um Programme zu erstellen, die auf jeden Patienten zugeschnitten sind. Die Herausforderung besteht darin, diese Stimulation zugänglich, motivierend und im Alltag übertragbar zu gestalten.

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Artikel verfasst von dem Team DYNSEO, Spezialist für Anwendungen zur kognitiven Stimulation.


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