Lexikalische Evokation und Wortfindungsstörung: sprachtherapeutischer Leitfaden
Die Wortfindungsstörung (oder Störung der lexikalischen Evokation) äußert sich durch Schwierigkeiten, das richtige Wort im Moment des Bedarfs zu finden. Die Person weiß, was sie sagen möchte, aber das Wort "kommt nicht". Diese häufige Störung kann entwicklungsbedingt (TDL) oder erworben (Aphasie) sein. Der Sprachtherapeut verfügt über zahlreiche Strategien, um den lexikalischen Zugang zu verbessern.
💬 Ressourcen zur lexikalischen Evokation
Benennungsübungen, Wortschatzspiele, Zugangsstrategien
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Was ist eine Wortfindungsstörung?
Die lexikalische Evokation ist die Fähigkeit, ein Wort aus dem Gedächtnis abzurufen, wenn man es braucht. Die Wortfindungsstörung entspricht einem Misserfolg oder einer Verlangsamung dieses Prozesses. Die Person kann den Gegenstand beschreiben, dessen Verwendung kennen, aber den Namen nicht finden.
Wie äußert sie sich?
Pausen und Zögern: abnormal lange Wartezeit, bevor das Wort produziert wird.
Periphrasen: Beschreibung des Gegenstands anstelle des Wortes ("das Ding zum Schneiden" anstelle von "Schere").
Generische Wörter: übermäßige Verwendung von "Ding", "Sache", "Teil".
Paraphasien: Produktion eines semantisch nahen Wortes ("Gabel" für "Messer") oder phonologisch ("parteau" für "Mantel").
Annäherungsverhalten: wiederholte Versuche, das Zielwort zu erreichen.
Ursachen der Wortfindungsstörung
Entwicklungsstörungen: TDL (entwicklungsbedingte Sprachstörung), spezifische Wortschatzstörung.
Erworbene Störungen: Aphasie (Schlaganfall, Trauma), neurodegenerative Erkrankungen (Alzheimer).
Normales Altern: leichte Verlangsamung des lexikalischen Zugangs mit dem Alter.
Bewertung
Benennung von Bildern: standardisierter Test (DO80, LEXIS, BIMM).
Verbale Flüsse: kategorisch (Tiere) und phonemisch (Wörter mit P).
Spontansprache: Beobachtung der Kompensationsstrategien.
Interventionsstrategien
💡 Rehabilitationsansätze
Stärkung der Repräsentationen: Bereicherung der semantischen Verbindungen (Kategorien, Eigenschaften, Assoziationen).
Erleichterung des Zugangs: phonologische Hinweise (erster Laut), semantische (Kategorie), kontextuelle.
Kompensationsstrategien: lernen, sich selbst Hinweise zu geben.
Semantische Arbeit: Kategorisierung, Assoziationen, Definitionen, unterscheidende Merkmale.
Phonologische Arbeit: erste Laute, Silben, Reime, die mit den Wörtern verbunden sind.
Wiederholte Benennung: massive Exposition gegenüber den Zielwörtern.
Unsere herunterladbaren Werkzeuge
🖼️ Alltagsbilder
Bilder zur Benennung und lexikalischen Bereicherung.
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Für die semantische Arbeit und Kategorisierung.
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Schnelle Evokationsübungen nach Kategorie oder Phonem.
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Ja, mit gezielter Rehabilitation. Bei Kindern mit TDL verbessert sich der Wortschatz und der Zugang allmählich. Bei erwachsenen Aphasikern hängt die Wiederherstellung von der Schädigung ab. In jedem Fall können Kompensationsstrategien entwickelt werden.
Ja, das Phänomen des "Wortes auf der Zunge" passiert gelegentlich jedem. Es ist pathologisch, wenn es sehr häufig auftritt, häufige Wörter betrifft und die alltägliche Kommunikation beeinträchtigt.