Mit den Eltern arbeiten: Die Familie in die Rehabilitation einbeziehen

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👶 Klinische Praxis - Kinder

Mit den Eltern arbeiten: Die Familie in die Rehabilitation einbeziehen

Die Einbeziehung der Eltern multipliziert die Effektivität der sprachtherapeutischen Betreuung. Erfahren Sie, wie Sie eine echte therapeutische Partnerschaft mit den Familien aufbauen können.

Die sprachtherapeutische Rehabilitation beschränkt sich nicht auf die 30 oder 45 Minuten wöchentlicher Sitzungen. Die familiäre Umgebung ist der Hauptort für die sprachliche Entwicklung des Kindes. Die Eltern als aktive Partner in die Betreuung einzubeziehen, vervielfacht die Möglichkeiten zur Stimulation und beschleunigt die Fortschritte erheblich.

🎯 Warum die Eltern einbeziehen?

Forschungen in der Sprachtherapie zeigen klar, dass die Einbeziehung der Eltern ein wesentlicher prädiktiver Faktor für den Erfolg der Rehabilitation ist. Die Eltern verbringen unendlich viel mehr Zeit mit ihrem Kind als der Sprachtherapeut und können jeden Moment des Alltags in eine Lerngelegenheit verwandeln.

Multiplizierte Zeit

Von 45 min/Woche zu mehreren Stunden täglicher Stimulation

🏠

Ökologischer Kontext

Lernen in realen Kommunikationssituationen

💪

Generalisierung

Transfer der im Therapiezentrum erworbenen Fähigkeiten in den Alltag

x3
Fortschritte mit elterlicher Einbeziehung
168h
Stunden/Woche außerhalb des Therapiezentrums
85%
der Eltern möchten sich einbringen
mögliche Stimulationseinheiten

👨‍👩‍👧 Verschiedene elterliche Haltungen

Jede Familie bringt ihre eigene Geschichte, ihre Vorstellungen und ihre Mobilisierungsfähigkeiten mit. Das Identifizieren des elterlichen Profils ermöglicht es, Ihren Ansatz und Ihre Erwartungen anzupassen.

🌟

Engagierte Eltern

Motiviert, verfügbar, auf der Suche nach Rat. Zu lenken, um eine Überstimulation zu vermeiden.

😰

Besorgte Eltern

Ängstlich angesichts der Schwierigkeiten, benötigen Beruhigung. Begleiten, ohne zu minimieren oder zu dramatisieren.

🤷

Zurückhaltende Eltern

Wenig verfügbar oder hilflos. Einfache Maßnahmen vorschlagen und jeden Aufwand wertschätzen.

💡 Erwartungen anpassen

Nicht alle Eltern können sich gleich stark engagieren. Berufliche Verpflichtungen, viele Geschwister, persönliche Schwierigkeiten: Viele Faktoren schränken manchmal ihre Verfügbarkeit ein. Das Ziel ist es, herauszufinden, was jede Familie vernünftigerweise tun kann, nicht ein einheitliches Modell anzuwenden.

🤝 Die therapeutische Allianz aufbauen

Die Allianz mit den Eltern wird bereits beim ersten Kontakt aufgebaut und während der gesamten Betreuung genährt. Sie beruht auf gegenseitigem Vertrauen, Transparenz und dem Respekt vor den Fähigkeiten jedes Einzelnen.

1. Ihre Expertise willkommen heißen

Die Eltern kennen ihr Kind besser als jeder andere. Wertschätzen Sie ihre Beobachtungen, hören Sie auf ihre Intuitionen. Sie sind Experten für ihr Kind, Sie sind Experte für Sprache: Die Komplementarität ist die Stärke.

2. Erklären ohne Fachjargon

Verwenden Sie eine verständliche Sprache, um die Schwierigkeiten und Ziele zu erklären. Die Eltern müssen verstehen, um sich effektiv einbringen zu können.

3. Erfolge teilen

Kommunizieren Sie regelmäßig über Fortschritte, auch wenn sie minimal sind. Die Eltern müssen sehen, dass ihre Bemühungen und die ihres Kindes Früchte tragen.

4. Emotionen willkommen heißen

Schuldgefühle, Sorgen, Entmutigung: Die Eltern durchleben intensive Emotionen. Hören Sie zu, ohne zu urteilen, beruhigen Sie, ohne zu minimieren.

◆ ◆ ◆

📚 Die Elternberatung

Die Elternberatung besteht darin, die Eltern bei der Anpassung ihrer täglichen Interaktionen mit ihrem Kind zu unterstützen, um die sprachliche Entwicklung zu fördern. Oft ist dies die effektivste Intervention für kleine Kinder.

✅ Sprachstimulations-Techniken weitergeben

  • Auf Augenhöhe gehen: Visueller Kontakt, geförderte gemeinsame Aufmerksamkeit
  • Das Interesse des Kindes verfolgen: Kommentieren, was es interessiert, anstatt ein Thema aufzuzwingen
  • Reformulieren: Die Äußerungen des Kindes aufgreifen und bereichern
  • Erweiterung: Ein Element zu dem hinzufügen, was das Kind sagt
  • Abwarten: Dem Kind Zeit geben, sich auszudrücken, ohne vorwegzunehmen
  • Offene Fragen: Den Austausch fördern, anstatt geschlossene Antworten zu erwarten

💬 Beispiele für Reformulierungen

✅ Zu fördern:

Kind: "Will Kuchen!"

Elternteil: "Willst du einen Kuchen? In Ordnung, ich gebe dir einen Schokoladenkuchen."

❌ Zu vermeiden:

Kind: "Will Kuchen!"

Elternteil: "Nein, sag: Ich möchte bitte einen Kuchen."

🎯 COCO: ein Werkzeug für die ganze Familie

Die COCO-App von DYNSEO ermöglicht es den Eltern, die kognitive Stimulation zu Hause fortzusetzen, mit unterhaltsamen Spielen und einem für alle zugänglichen Fortschrittsverlauf.

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🏠 Übungen für zu Hause

Die Übungen zu Hause sollten einfach, unterhaltsam und in den Alltag integrierbar bleiben. Vermeiden Sie es, die Eltern zu "Sprachtherapeuten 2.0" zu machen: Das Ziel ist es, die natürlichen Interaktionen zu bereichern, nicht formelle Sitzungen zu schaffen.

📖 Gemeinsames Lesen 10-15 min/Tag

Geschichten lesen, indem Sie auf die Bilder zeigen, Fragen stellen, das Kind antizipieren oder vervollständigen lassen. Die Bücher variieren und auf die Favoriten zurückkommen.

🎵 Kinderlieder und Lieder Verschiedene Momente

Gemeinsam singen, Gesten machen, das Kind die Enden der Sätze vervollständigen lassen. Ausgezeichnet für das Gedächtnis und das phonologische Bewusstsein.

🍳 Kommentierte Küche Während der Zubereitung

Die Zutaten benennen, die Aktionen beschreiben, das Kind einbeziehen. Reichhaltiger Wortschatz und motivierender Kontext.

🚗 Fahrspiele Im Auto/Transport

Ratespiele, "Ich sehe etwas, das...", gemeinsam erfundene Geschichten. Tote Zeiten in Stimulation verwandeln.

⚠️ Goldene Regeln für die Übungen zu Hause

  • Nie mehr als 10-15 Minuten gezielte Aktivität pro Tag
  • Immer in einem positiven und spielerischen Klima
  • Stoppen, sobald das Kind oder der Elternteil müde ist
  • Die Anstrengungen wertschätzen, nicht nur die Erfolge
  • Anpassen, wenn es nicht funktioniert, ohne Schuldgefühle

💬 Effektive Kommunikation mit den Eltern

Das Feedback am Ende der Sitzung

Einige systematische Minuten, um zu teilen, was bearbeitet wurde, die beobachteten Erfolge und einen einfachen Vorschlag für die Woche. Vermeiden Sie einen umfassenden Bericht: Eine zentrale Botschaft ist besser als zehn vergessene.

Regelmäßige Punkte

Planen Sie längere Austauschzeiten (15-20 min) alle 6-8 Sitzungen, um den Fortschritt zu überprüfen, die Ziele anzupassen und auf angesammelte Fragen zu antworten.

Schriftliche Materialien

Zusammenfassende Blätter, kleine Notizen, Fotos von Aktivitäten: Visuelle Materialien helfen den Eltern, sich zu erinnern und die Übungen zu reproduzieren.

◆ ◆ ◆

😰 Umgang mit schwierigen Situationen

Eltern, die die Übungen nicht machen

Anstatt Schuldgefühle zu erzeugen, versuchen Sie, die Hindernisse zu verstehen. Vereinfachen Sie die Vorschläge, integrieren Sie sie stärker in den Alltag, wertschätzen Sie jede Anstrengung. Manchmal ist das realistische Ziel einfach, positive Interaktionen zu bewahren.

Eltern, die zu viel tun

Überstimulation kann Druck erzeugen und kontraproduktiv sein. Erinnern Sie an die Bedeutung von Spaß und Spiel. Schlagen Sie Momente der "sprachlichen Pause" vor, in denen man einfach zusammen ist, ohne Ziel.

Uneinigkeiten zwischen den Eltern

Vater und Mutter können unterschiedliche Sichtweisen haben. Empfangen Sie sie zusammen, wenn möglich, hören Sie sich jede Sichtweise an und suchen Sie einen Konsens über minimale, von allen akzeptierte Maßnahmen.

💡 Der magische Satz

"Was Sie täglich mit Ihrem Kind tun, ist bereits wertvoll. Meine Rolle ist es, Ihnen zu helfen, diese Momente zu optimieren, nicht Ihnen zusätzliche Arbeit aufzuerlegen." Diese beruhigende Haltung öffnet die Türen zur Zusammenarbeit.

🎯 Fazit

Die Einbeziehung der Eltern ist ein wesentlicher Hebel für die Effektivität der Sprachtherapie. Indem Sie sie als echte Partner betrachten, Ihre Erwartungen an ihre Realitäten anpassen und ihnen einfache und anwendbare Werkzeuge übermitteln, vervielfachen Sie die Chancen auf Fortschritte des Kindes.

Denken Sie daran, dass jede Familie ihr Bestes mit ihren Ressourcen gibt. Ihre Rolle ist es, zu begleiten, ohne zu urteilen, zu führen, ohne aufzuzwingen, und zu wertschätzen, ohne zu vergleichen. Diese respektvolle und wohlwollende Allianz ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Betreuung.

Die Familie, der erste Lernort:
DYNSEO begleitet Eltern und Fachleute Hand in Hand.

Artikel verfasst von dem Team DYNSEO, Spezialist für Anwendungen zur kognitiven Stimulation.


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