Symptome Dyslexie: Wie man diese Störung bei Kindern und Erwachsenen erkennt
Wie erkenne ich, ob mein Kind dyslexisch ist? Dyslexie ist eine Störung, die jahrelang unbemerkt bleiben kann. Die Anzeichen in jedem Alter zu kennen, ermöglicht ein schnelles Handeln und eine angemessene Unterstützung.
Dieser Leitfaden beschreibt die Symptome der Dyslexie von der Vorschule bis ins Erwachsenenalter und hilft Ihnen, den Unterschied zu einer einfachen Leseverzögerung zu erkennen.
Frühe Anzeichen im Vorschulalter (3-5 Jahre)
Bereits vor dem Lesenlernen können einige Anzeichen auf ein Risiko für Dyslexie hinweisen:
Vorschule (3-5 Jahre)
Frühe Anzeichen, die beobachtet werden solltenSprachverzögerung: verspätete Sprache, begrenzter Wortschatz für das Alter
Schwierigkeiten mit Reimen: versteht keine Klangspiele (Kinderlieder, Reime)
Erinnerung an Buchstaben: hat Schwierigkeiten, sich die Buchstaben des Alphabets zu merken
Aussprache: anhaltende Verwechslungen von Lauten, verzerrte Wörter
Familiengeschichte: dyslexische Eltern oder Geschwister (Risikofaktor)
💡 In diesem Alter erlauben diese Anzeichen keine Diagnose einer Dyslexie. Sie weisen auf ein erhöhtes Risiko hin, das besondere Aufmerksamkeit beim Eintritt in die Grundschule verdient.
Anzeichen in der Grundschule (6-11 Jahre)
In der Regel zeigt sich die Dyslexie in der Grundschule deutlich, während des Leselernens:
1. Klasse - 2. Klasse (6-7 Jahre)
Erste Anzeichen beim LernenMühsames Lesen: langsames Entziffern, Silbe für Silbe
Buchstabendreher: b/d, p/q, m/n, u/n sehr häufig
Vertauschungen: "on" gelesen als "no", "par" gelesen als "pra"
Verknüpfung von Buchstaben und Lauten: Schwierigkeiten, Grapheme und Phoneme zuzuordnen
3. Klasse - 5. Klasse (8-11 Jahre)
Fortdauernde Schwierigkeiten trotz AnstrengungenLesen bleibt langsam: macht keine Fortschritte trotz Training
Chaotische Rechtschreibung: ungewöhnliche Fehler, selbst bei gängigen Wörtern
Schwierigkeiten beim Abschreiben: langsam, mit Fehlern und Zeilenübersprüngen
Beeinträchtiges Verständnis: zu viel Energie beim Entziffern, wenig beim Verstehen
Vermeidung: weigert sich, laut zu lesen, meidet schriftliche Hausaufgaben
Verlust des Selbstvertrauens: Entmutigung, Gefühl, "schlecht" zu sein
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In der Jugend können die Schwierigkeiten durch Kompensationsstrategien maskiert werden, aber einige Anzeichen bleiben bestehen:
Mittelschule - Oberschule (12-17 Jahre)
Fortdauernde Schwierigkeiten trotz KompensationLangsame Lesegeschwindigkeit: Schwierigkeiten mit langen Texten, schnelle Ermüdung
Mühsame schriftliche Ausdrucksweise: Ideen vorhanden, aber schlecht formuliert
Fremdsprachen: besonders ausgeprägte Schwierigkeiten
Zeitmanagement: benötigt länger für die Arbeit als die Mitschüler
Organisation: Schwierigkeiten beim Notizenmachen, beim Organisieren
Vermeidungsstrategien: Klassenclown, offenkundiges Desinteresse, um die Schwierigkeiten zu verbergen
Anzeichen bei Erwachsenen
Viele dyslexische Erwachsene ignorieren ihre Störung, da sie ihr Leben lang kompensiert haben:
Erwachsene (18+ Jahre)
Anzeichen oft kompensiert, aber vorhandenVermeidung von Lesen: zieht Podcasts, Videos, Hörbücher vor
Problematische Schreibweise: Angst vor E-Mails, beruflichen Berichten
Persistente Verwirrungen: Telefonnummern, Codes, Daten
Notwendigkeit des erneuten Lesens: muss mehrmals lesen, um zu verstehen
Wahrgenommene Langsamkeit: schriftliche Aufgaben dauern länger
Kognitive Ermüdung: Erschöpfung nach Lese-/Schreibaufgaben
Dyslexie vs einfache Leseverzögerung
Wie unterscheidet man zwischen Dyslexie und einer Leseverzögerung? Hier sind die Unterscheidungsmerkmale:
| Kriterium | Dyslexie | Einfache Verzögerung |
|---|---|---|
| Persistenz | Persistente Schwierigkeiten trotz Hilfe | Verbesserung mit angemessener Unterstützung |
| Abweichung zum Mündlichen | Gutes mündliches Niveau, schriftlich sehr schwach | Ähnliche Schwierigkeiten mündlich/schriftlich |
| Typische Fehler | Verwechslungen b/d, häufige Vertauschungen | Vielfältige Fehler, weniger systematisch |
| Aufgebrachte Anstrengung | Hohe Anstrengungen, schwache Ergebnisse | Ergebnisse proportional zu den Anstrengungen |
| Familiengeschichte | Oft familiär (genetisch) | Kein familiäres Muster |
| Ursache | Neurologisch (permanent) | Umweltbedingt (vorübergehend) |
⚠️ Nur ein Fachmann kann entscheiden
Diese Tabelle gibt Hinweise, aber nur eine vollständige logopädische Untersuchung kann Dyslexie von einer Leseverzögerung unterscheiden und die genauen Ursachen der Schwierigkeiten identifizieren.
Was tun, wenn Sie diese Anzeichen erkennen?
1. Nicht warten
Je früher Dyslexie erkannt wird, desto besser kann sie unterstützt werden. Warten Sie nicht, bis die Schwierigkeiten sich festsetzen und das Selbstvertrauen beeinträchtigen.
2. Ein erstes Screening durchführen
Unser kostenloser Online-Test gibt Ihnen in 10 Minuten eine erste Indikation. Es ist ein guter Ausgangspunkt, bevor Sie einen Fachmann konsultieren.
3. Einen Logopäden konsultieren
Wenn das Screening oder Ihre Beobachtungen auf Schwierigkeiten hindeuten, vereinbaren Sie einen Termin für eine logopädische Untersuchung (auf Überweisung des Arztes, erstattungsfähig).
4. Die Schule informieren
Sprechen Sie mit dem Lehrer und dem Schulpsychologen. Anpassungen können auch vor der Diagnose vorgenommen werden (PAP, dann PPS, wenn die Diagnose bestätigt wird).
5. Beruhigen und wertschätzen
Erinnern Sie Ihr Kind (oder sich selbst) daran, dass Dyslexie nichts mit Intelligenz zu tun hat. Viele brillante Menschen sind dyslexisch: Albert Einstein, Steven Spielberg, Richard Branson...
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