Interprofessionelle Ausbildung: Im Team um ein autistisches Kind arbeiten
Entwicklung einer effektiven Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachleuten für eine kohärente und individuelle Unterstützung
Die Unterstützung eines autistischen Kindes erfordert in der Regel viele Fachleute: Logopäden, Psychomotoriker, Psychologen, Erzieher, Lehrer, Ärzte. Die Koordination dieser Fachkräfte ist ein zentrales Anliegen für die Qualität der Betreuung. Interprofessionelle Ausbildungen ermöglichen es den verschiedenen Akteuren, eine gemeinsame Sprache, kohärente Praktiken und eine effektive Zusammenarbeit zu entwickeln. Dieser Artikel untersucht die Herausforderungen dieser gemeinsamen Ausbildung und schlägt Ansätze für deren Umsetzung vor.
Warum eine interprofessionelle Ausbildung?
Ein autistisches Kind kann von 5 bis 10 verschiedenen Fachleuten betreut werden, jeder mit seiner Spezialisierung, seinen theoretischen Referenzen und seinem Vokabular. Ohne Koordination besteht die Gefahr, dass diese Interventionen inkohärent oder sogar widersprüchlich sind. Das Kind erhält je nach Kontext unterschiedliche Botschaften, was seine Lernprozesse kompliziert und Verwirrung stiften kann.
Die interprofessionelle Ausbildung zielt darauf ab, eine gemeinsame Kultur rund um Autismus und dessen Unterstützung zu schaffen. Sie ermöglicht es jedem, die Rolle der anderen Fachleute zu verstehen, ein gemeinsames Wissensfundament über Autismus zu teilen und Kompetenzen zur Zusammenarbeit zu entwickeln. Ziel ist eine koordinierte Betreuung, in der die Maßnahmen jedes Einzelnen sich gegenseitig stärken.
Fachleute im Durchschnitt um ein autistisches Kind
Effektivität mit einem koordinierten Team
der Familien wünschen sich eine bessere Koordination
Die beteiligten Fachleute und ihre Rollen
| Fachmann | Hauptrolle | Beitrag zum Team |
|---|---|---|
| Arzt (Pädiater, Kinder- und Jugendpsychiater) | Diagnose, medizinische Betreuung, Koordination | Gesamtübersicht, Verschreibungen, Verbindungen zum medizinisch-sozialen Bereich |
| Psychologe | Bewertung, psychologische Intervention, Beratung | Funktionsanalyse, emotionale Unterstützung, familiäre Begleitung |
| Logopäde | Kommunikation, Sprache, Schlucken | Kommunikationsstrategien, CAA-Werkzeuge |
| Psychomotoriker / Ergotherapeut | Motorik, Sensorik, Autonomie | Sensorisches Profil, Umweltanpassungen |
| Heilpädagoge | Soziale Lernprozesse, tägliche Autonomie | Umsetzung der Programme im Alltag |
| Lehrer / AESH | Schulische Lernprozesse, Inklusion | Pädagogische Anpassungen, Beobachtungen im Unterricht |
Die Inhalte einer interprofessionellen Ausbildung
Ein gemeinsames Wissensfundament über Autismus
Alle Fachleute müssen ein gemeinsames Verständnis von Autismus teilen: seine Merkmale (Kommunikation, soziale Interaktionen, eingeschränkte und repetitive Verhaltensweisen), seine Vielfalt (breites Spektrum), seine sensorischen und kognitiven Besonderheiten. Dieses gemeinsame Fundament vermeidet Missverständnisse und ermöglicht es jedem, seine Intervention in eine ganzheitliche Sichtweise der Person einzuordnen.
Die Kompetenzen zur Zusammenarbeit
Über das Wissen hinaus entwickelt die Ausbildung Kompetenzen zur Zusammenarbeit: Kommunikation zwischen Fachleuten (mündlich, schriftlich, formell, informell), Erstellung und Verfolgung eines gemeinsamen individuellen Projekts, Organisation effektiver Meetings, Umgang mit Meinungsverschiedenheiten, Respekt vor den Kompetenzen jedes Einzelnen. Diese übergreifenden Kompetenzen werden in den Grundausbildungen selten gelehrt.
Das individuelle Projekt als roter Faden
Das individuelle Begleitprojekt (IBP) ist das zentrale Dokument, das das Team um gemeinsame Ziele vereint. Seine kollektive Erstellung, an der alle Fachleute und die Familie beteiligt sind, gewährleistet die Kohärenz der Interventionen. Jeder Fachmann formuliert darin operative Ziele in seinem Bereich, die mit denen der anderen abgestimmt sind. Die regelmäßige Überprüfung des IBP im Team erhält die kooperative Dynamik.
Die Koordination im Alltag organisieren
Die Besprechungszeiten
Regelmäßige Besprechungszeiten sind unerlässlich: Periodische Synthesebesprechungen (vierteljährlich oder halbjährlich) mit dem gesamten Team und der Familie, engere Zwischenbesprechungen zur Anpassung der Interventionen, informelle Austauschmöglichkeiten, die durch Kommunikationsmittel erleichtert werden. Die Ausbildung lehrt, diese Zeiten effektiv und produktiv zu gestalten.
Die Werkzeuge zum Informationsaustausch
Kommunikationsmittel erleichtern den Austausch im Alltag: Übergabebuch, gemeinsames Dossier, sichere Nachrichtenübermittlung, Nachverfolgungsanwendung. Die Wahl der Werkzeuge hängt von den Kontexten und den Anforderungen jedes Teams ab. Wichtig ist, dass die Informationen reibungslos fließen und jeder über wichtige Entwicklungen informiert ist.
COCO: Ein von dem Team teilbares Werkzeug
Das Programm COCO PENSE und COCO BOUGE von DYNSEO kann als gemeinsames Werkzeug für das gesamte Team verwendet werden. Jeder Fachmann kann es mit dem Kind in seinem Interventionskontext nutzen, und die Nachverfolgungsdaten werden geteilt. Diese kohärente Nutzung verstärkt die Wirkung der Interventionen und erleichtert die Nachverfolgung der Fortschritte. Es ist ein Beispiel für ein Werkzeug, das die Praktiken vereinheitlichen kann.
COCO entdeckenDie zentrale Rolle der Familie
In dem Team um das Kind nehmen die Eltern eine zentrale Rolle ein. Sie sind die Experten ihres Kindes, täglich präsent und Garant für die Kontinuität. Die interprofessionelle Ausbildung betont die Partnerschaft mit den Familien: das Zuhören ihrer Beobachtungen und Prioritäten, die Übermittlung der von den Fachleuten verwendeten Strategien, die Unterstützung in ihrer Rolle, der Respekt vor ihrer Expertise.
Die Familien nehmen an den Synthesebesprechungen und an der Erstellung des individuellen Projekts teil. Sie erhalten klare Informationen über die Interventionen jedes Fachmanns. Zeiten der Elternberatung ermöglichen es ihnen, die von den Fachleuten verwendeten Techniken im Alltag zu übertragen.
DYNSEO Ausbildung: Ein gemeinsames Fundament
Die Ausbildung "Ein Kind mit Autismus begleiten: Schlüssel und Lösungen für den Alltag" von DYNSEO kann ein gemeinsames Fundament für alle Mitglieder des Teams, Fachleute und Eltern, darstellen. Durch das Teilen des gleichen Wissens und der gleichen Strategien gewinnt das Team an Kohärenz und Effektivität.
Die Ausbildung entdecken"Die interprofessionelle Ausbildung hat unsere Arbeitsweise verändert. Früher hat jeder in seinem eigenen Bereich gearbeitet. Jetzt teilen wir wirklich, bereichern uns gegenseitig und vor allem profitiert das Kind von einer kohärenten Betreuung. Die Eltern sagen uns, dass sie den Unterschied im Alltag sehen."
- Ein gemeinsames Wissensfundament über Autismus teilen
- Die Rolle und die Kompetenzen jedes Fachmanns kennen
- Gemeinsam das individuelle Projekt des Kindes entwickeln
- Regelmäßige und effektive Besprechungszeiten organisieren
- Geeignete Werkzeuge zum Informationsaustausch nutzen
- Die Eltern vollständig als Partner integrieren
- Konstruktiv mit Meinungsverschiedenheiten umgehen
- Die Funktionsweise des Teams regelmäßig bewerten
Fazit: Gemeinsam für das Kind
Die interprofessionelle Ausbildung ist eine Investition, die direkt den unterstützten autistischen Kindern zugutekommt. Durch die Entwicklung einer gemeinsamen Kultur, koordinierter Praktiken und echter Zusammenarbeit vervielfacht das Team die Effektivität seiner Interventionen.
Diese Ausbildung betrifft alle Akteure rund um das Kind, Fachleute und Eltern. Geteilte Werkzeuge wie das COCO-Programm von DYNSEO können dazu beitragen, die Praktiken zu vereinheitlichen. Die Leitfäden zum Begleiten von autistischen Kindern und zum Begleiten von autistischen Erwachsenen sind nützliche Ressourcen, die mit dem gesamten Team geteilt werden können.
Teamarbeit erfordert einen Aufwand an Organisation und Kommunikation, aber es ist die Voraussetzung für eine qualitativ hochwertige Unterstützung. Das Kind, im Mittelpunkt dieses Teams, profitiert von kohärenten Interventionen, die ihm helfen, in allen Bereichen seiner Entwicklung Fortschritte zu machen.