title: Dysorthographie: Typische wiederkehrende Fehler und Strategien zur Bewertung im Klassenzimmer
description: Lehreranleitung Dysorthographie Grundschule: Arten wiederkehrender Fehler (phonetisch, lexikalisch, grammatikalisch), differenzierte Bewertungsstrategien, Identifizierung, Beobachtungsraster, Diagnosediktate, Korrekturanpassungen, Kompensationsstrategien.
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Lesezeit: 34 Minuten
„Emma macht seit 2 Jahren dieselben Fehler, trotz Wiederholungen…“ „Lucas schreibt ‚er ging in die Schule‘, ist das normal in der 2. Klasse?“ „Wie unterscheidet man Dysorthographie von Arbeitsmangel?“ „Soll ich alles mit Rot korrigieren?“
Dysorthographie ist nicht nur „schlecht in Rechtschreibung sein“. Es ist eine spezifische, dauerhafte, massive Störung, die sich dem normalen Lernen widersetzt. Bestimmte Fehler sind typisch, wiederkehrend, charakteristisch. Ihre Identifizierung ermöglicht die Erkennung der Störung, faire Bewertung und angepasste Korrekturen.
Dieser Leitfaden erklärt typische Dysorthographie-Fehler, wie man sie bewertet und wie man korrigiert, ohne zu entmutigen.
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Inhaltsverzeichnis
2. Die 3 Arten wiederkehrender Fehler
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Was ist Dysorthographie? {#definition}
Definition
Dysorthographie: Störung des spezifischen Rechtschreiberwerbs.
Merkmale:
Massive Fehler: 20-50%+ falsch geschriebene Wörter (vs 5-10% bei normalen Schwierigkeiten).
Widerstand: Gegen Lernen (Wiederholungen, Regeln, Diktate ineffektiv).
Dauer: Hält jahrelang an (vs Nachholbedarf).
Spezifität: Zusammengebrochene Rechtschreibung, andere Bereiche bleiben erhalten (Lesen manchmal korrekt, normale Intelligenz).
Verbindung zu Dyslexie
Häufige Assoziation:
75-90% Dyslektiker: Auch dysorthografisch.
Gemeinsamer Ursprung: Phonologie (Klangbewusstsein).
Aber Unterschied:
Dyslexie: Lesen + Schreiben.
Dysorthographie: Hauptsächlich Schreiben (Lesen kann korrekt sein).
Isolierte Dysorthographie:
10-25% Fälle: Ohne Dyslexie (liest korrekt, schreibt katastrophal).
Unterscheidung von Dysorthographie vs normale Schwierigkeiten
Normale Schwierigkeiten:
Fehler: Nehmen mit Unterricht, Wiederholungen, Reife ab.
Lernen: Effektiv (Regeln werden allmählich integriert).
Fortschritt: Sichtbar (steigende Kurve).
Dysorthographie:
Fehler: Massiv, persistent, widerstandsfähig.
Lernen: Ineffektiv (Regeln nie automatisiert).
Stagnation: Oder minimaler Fortschritt (flache Kurve).
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Die 3 Arten wiederkehrender Fehler {#types-erreurs}
1. Phonetische Fehler
Definition: Verwechslung, Auslassung, Umkehrung von Lauten.
Ursprung: Defekte Phonologie (Diskriminierung, Lautsegmentierung).
Manifestationen:
Verwechslungen ähnlicher Laute:
Stimmhaft/stimmlos: „pool“ → „bool“ (p/b), „vent“ → „fent“ (v/f), „train“ → „drain“ (t/d).
Nasale: „bon“ → „bom“, „champ“ → „chan“.
Vokale: „a/e“ („with“ → „wath“), „é/è“ („school“ → „scool“).
Auslassungen:
Buchstaben: „table“ → „tale“, „backpack“ → „bakpack“.
Silben: „chocolate“ → „cholate“, „computer“ → „compter“.
Umkehrungen:
Buchstaben: „tree“ → „tere“, „arm“ → „amr“.
Silben: „animal“ → „aminal“.
Substitutionen:
Ähnliche Laute: „house“ → „hose“, „play“ → „pley“.
Beispiele von Schülern:
Leo (1. Klasse): Schreibt „the bot saild on the se“ (= „the boat sailed on the sea“) – Verwechslungen v/g, a/ai, Buchstabenauslassungen.
Emma (2. Klasse): Schreibt „he had eated a domme“ (= „he had eaten an apple“) – Verwechslungen é/ai, b/p, Auslassung stiller Buchstaben.
Häufigkeit: 40-60% der dysorthografischen Fehler.
2. Lexikalische Fehler
Definition: Richtigschreibung unregelmäßiger Wörter, stiller Buchstaben.
Ursprung: Defektes visuelles orthografisches Gedächtnis.
Manifestationen:
Phonetische Rechtschreibung:
Häufige Wörter: „with“ → „wif“, „because“ → „becuz“, „always“ → „alwayz“.
Stille Buchstaben: „night“ → „nite“, „could“ → „cood“, „time“ → „tim“.
Doppelungen: „running“ → „runing“, „apple“ → „aple“.
Homophone:
to/too/two: „I want too go“ (= „I want to go“).
there/their/they’re: „Their going“ (= „They’re going“).
your/you’re: „Your late“ (= „You’re late“).
Unregelmäßige Wörter:
Ausnahmen: „said“ → „sed“, „friend“ → „frend“, „enough“ → „enuff“.
Beispiele von Schülern:
Tom (3. Klasse): Schreibt „he went too the forrest wif his dog“ (= „he went to the forest with his dog“) – alles phonetisch, kein Wort richtig geschrieben.
Chloe (4. Klasse): Schreibt „the cat and the dog is in the garden“ (= „the cat and the dog are in the garden“) – systematische Homophonverwechslungen.
Häufigkeit: 30-40% der dysorthografischen Fehler.
3. Grammatikalische Fehler
Definition: Übereinstimmungen, Konjugationen, Morphologie.
Ursprung: Arbeitsgedächtnis, defekte Automatisierung.
Manifestationen:
Subjekt-Verb-Übereinstimmung:
Plural: „the children plays“ (= „the children play“).
Person: „I plays“ (= „I play“).
Substantiv-Adjektiv-Übereinstimmung:
Geschlecht: „a beautiful castle“ → korrekt im Englischen (keine Geschlechtsübereinstimmung).
Anzahl: „the black cats“ → „the black cat“ (fehlender Plural).
Partizipien-Übereinstimmung:
Mit Hilfsverb: „they have went“ (= „they have gone“).
Konjugationen:
Endungen: „he eat“ → „he eated“, „they has eaten“ → „they have ate“.
Zeiten: Mischung (Vergangenheit/Gegenwart/Zukunft).
Beispiele von Schülern:
Lucas (2. Klasse): Schreibt „the girls plays in the yard, they is happy“ – keine Übereinstimmung (Plural, Geschlecht).
Sophie (3. Klasse): Schreibt „yesterday, I goes to the park and I have play“ – gemischte Zeiten, falsche Endungen.
Häufigkeit: 20-30% der dysorthografischen Fehler.
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Bewertungsraster nach Typ {#evaluation}
Phonetische Fehler Raster
Schülerproduktion: Diktat, freies Schreiben.
Analysieren:
- [ ] Stimmhaft/stimmlos Verwechslungen (b/p, d/t, g/k, v/f, z/s)
- [ ] Nasale Verwechslungen (an/on, in/un)
- [ ] Vokalverwechslungen (a/e, é/è/ê, i/u/ou)
- [ ] Buchstabenauslassungen (Anfang, Mitte, Ende von Wörtern)
- [ ] Silbenauslassungen (lange Wörter)
- [ ] Buchstabenverwechslungen (tree → tere)
- [ ] Silbenverwechslungen (animal → aminal)
- [ ] Ähnliche Lautsubstitutionen
- [ ] Häufige Wörter phonetisch geschrieben („with“ → „wif“)
- [ ] Stille Buchstaben vergessen („night“ → „nite“)
- [ ] Doppelungen vergessen („running“ → „runing“)
- [ ] Verwechselte Homophone (to/too, there/their, your/you’re)
- [ ] Ausnahmen phonetisch geschrieben („said“ → „sed“)
- [ ] Subjekt-Verb-Übereinstimmungen (Anzahl, Person)
- [ ] Substantiv-Adjektiv-Übereinstimmungen (Geschlecht, Anzahl)
- [ ] Partizipien-Übereinstimmungen
- [ ] Verbendungen (ed/ing/s)
- [ ] Konjugationen (Zeiten, Übereinstimmung)
- [ ] Grammatikalische Homophone (to/too, there/their, your/you’re)
- DYS Störungen Training: Dysorthographie identifizieren und Bewertungen anpassen
- Training: Unterstützung von Schülern mit Lernbehinderungen
- COCO THINKS und COCO MOVES Programm: angepasste Rechtschreibspiele
Bewertung: Anzahl phonetische Fehler / Gesamtwörter.
Interpretation:
<5%: Normal.
5-15%: Phonologische Schwierigkeiten (phonologisches Bewusstsein stärken).
>15%: Wahrscheinliche phonetische Dysorthographie (Logopädie-Bewertung).
Lexikalische Fehler Raster
Schülerproduktion: Diktat von unregelmäßigen, häufigen Wörtern.
Analysieren:
Bewertung: Anzahl lexikalische Fehler / diktierte unregelmäßige Wörter.
Interpretation:
<10%: Normal.
10-30%: Visuelle Memorierungsschwierigkeiten (stärken).
>30%: Wahrscheinliche lexikalische Dysorthographie (Bewertung).
Grammatikalische Fehler Raster
Schülerproduktion: Kurzschrift.
Analysieren:
Bewertung: Anzahl grammatikalische Fehler / erwartete Übereinstimmungen.
Interpretation:
<15%: Normal (fortschreitendes Lernen).
15-40%: Grammatikalische Schwierigkeiten (Regeln wiederholen, Aufgaben).
>40%: Wahrscheinliche grammatikalische Dysorthographie (Bewertung).
Gesamtraster Dysorthographie
Kumuliert: 3 Fehlertypen.
Wenn:
2+ Typen: >Grenzwert = Wahrscheinliche Dysorthographie.
1 Typ: >hoher Grenzwert (z.B.: 30% phonetische Fehler) = Spezifische Dysorthographie.
Widerstand: Fehler bleiben nach intensivem Unterricht bestehen (8-12 Wochen) = Bestätigt Dysorthographie.
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Diagnosediktate {#dictees}
Prinzip
Diktat: Nicht bewertete Bewertung, sondern Diagnosetool.
Ziel: Fehlertypen identifizieren, Dysorthographieprofil.
Häufigkeit: 2-3x/Jahr (Anfang, Mitte, Ende des Jahres).
Keine Bewertung: Qualitative Analyse (vs Bestrafung).
Phonetisches Diktat (K-1. Klasse)
Inhalt: Einfache, regelmäßige Wörter (direkte Graphem-Phonem-Korrespondenz).
Beispiel:
„Dad has a bike. Lola reads. The cat flies. He drank milk.“
Ziel: Phonetische Fehler (Verwechslungen, Auslassungen, Umkehrungen).
Analyse:
„dad“ → „bad“: Verwechslung d/b.
„bike“ → „bke“: Auslassung „i“.
„flies“ → „flys“: Verwechslung ie/y.
Interpretation:
Massive Fehler: Wahrscheinliche phonetische Dysorthographie.
Lexikalisches Diktat (2.-4. Klasse)
Inhalt: Häufige unregelmäßige Wörter, stille Buchstaben, Homophone.
Beispiel:
„He is with his friend. They are in the garden. The weather is nice. She has many flowers.“
Ziel: Lexikalische Fehler (unregelmäßige Wörter, Homophone).
Analyse:
„is“ → „iz“: Phonetisch (vs lexikalische Rechtschreibung).
„with“ → „wif“: Phonetisch.
„weather“ → „wether“: Stille Buchstabenauslassung.
„many“ → „meny“: Phonetisch.
Interpretation:
Massive Fehler bei häufigen Wörtern: Lexikalische Dysorthographie.
Grammatikalisches Diktat (3.-4. Klasse)
Inhalt: Sätze, die Übereinstimmungen erfordern.
Beispiel:
„The girls went to the park. They ate red apples. The boys are playing in the yard.“
Ziel: Grammatikalische Fehler (Übereinstimmungen).
Analyse:
„went“ → „go“: Keine Vergangenheitssprechweise.
„red apples“ → „red apple“: Keine Substantiv-Adjektiv-Übereinstimmungen.
„are playing“ → „is play“: Keine Subjekt-Verb-Übereinstimmung.
Interpretation:
Keine Übereinstimmungen: Grammatikalische Dysorthographie.
Gemischtes Diktat (2.-4. Klasse)
Inhalt: Mischung aus 3 Typen (vollständige Profilbewertung).
Beispiel:
„Gestern gingen die Kinder mit ihren Eltern in den Wald. Sie sahen viele Tiere. Es war ein schöner Tag.“
Analyse: Zählt Fehler jeden Typs.
Profil:
Emma: 15 phonetische Fehler, 8 lexikalische, 3 grammatikalische → Dominante phonetische Dysorthographie.
Tom: 3 phonetische, 18 lexikalische, 2 grammatikalische → Dominante lexikalische Dysorthographie.
Lucas: 5 phonetische, 7 lexikalische, 20 grammatikalische → Dominante grammatikalische Dysorthographie.
Anpassung: Zielgerichtete Nachbesserung für dominanten Typ.
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Angepasste Korrekturen {#corrections}
Prinzip der unterstützenden Korrektur
Nicht alles in Rot:
Entmutigung: Massiv rotes Papier = Aufgabe („Ich werde es nie schaffen“).
Ineffektiv: Dysorthografischer Schüler sieht Fehler, versteht nicht warum (neurologische Störung, keine Unwissenheit).
Fehler auswählen:
Ziele: 3-5 Wörter max pro Produktion (vs 50 unterstrichene Fehler).
Fortschritt: Beginnen mit phonetischen Fehlern (grundlegend), dann lexikalisch, zuletzt grammatikalisch.
Erfolge wertschätzen:
Korrekte Wörter: In Grün unterstreichen (vs nur rote Fehler).
Fortschritt: Vergleich mit vorheriger Produktion (vs Klassenstandard).
Inhalt: Ideen, Struktur, Kreativität bewerten (vs Rechtschreibung).
Korrektur nach Fehlertyp
Phonetische Fehler:
Unterstreichen: Ganzes Wort.
Hilfe: Wort langsam sagen, Laute segmentieren.
Zusammenschreiben: Gemeinsam mündlich, dann Schüler schreibt.
Beispiel: „bot“ → Lehrer sagt „bo-at“, Schüler wiederholt, schreibt „boat“.
Lexikalische Fehler:
Bereitstellen: Korrekte Rechtschreibung (visuelle Memorierung, nicht Ableitung).
Kopieren: 3-5x (Visuelles Gedächtnis verankern).
Anzeigen: Häufige Wörter im Klassenraum (permanente Referenz).
Beispiel: „wif“ → Zeige „with“, Schüler kopiert 5x, fügt zur persönlichen Liste häufiger Wörter hinzu.
Grammatikalische Fehler:
Erklären: Regel kurz.
Kreisen: Betroffene Wörter (Subjekt + Verb, Substantiv + Adjektiv).
Nachschreiben: Übereinstimmung.
Beispiel: „the girls plays“ → Kreise „girls“ + „plays“, sage „Plural, daher ‚play'“, Schüler korrigiert.
Angepasste Bewertungsskalen
Separat:
Inhalt: 70-80% Note (Ideen, Struktur, Reichtum).
Rechtschreibung: 20-30% Note (vs 50% klassisch).
Oder separate Noten:
Inhalt: Note A.
Rechtschreibung: Note B (informativ, nicht Durchschnitt belastend).
Fortschrittsbonus:
Vergleich: Vorherige Produktion.
Wertschätzen: Fehlerreduzierung (vs absolute Zahl).
Beispiel: Emma 50 Fehler Produktion 1 → 35 Produktion 2 = Enormer Fortschritt (Bonuspunkte).
Angepasste Diktate
Nicht klassische Diktate:
Ineffektiv: Dysorthografischer Schüler scheitert immer (Demotivation).
Alternativen:
Vorbereitetes Diktat: Wörter am Vortag gegeben, besprochen, am nächsten Tag diktiert.
Auswahldiktat: Schüler wählt 10 Wörter aus einer Liste von 20 (garantierter Erfolg).
Verhandeltes Diktat: Paare, diskutieren Rechtschreibung, schreiben zusammen.
Cloze-Diktat: Vorgefertigter Text, wenige auszufüllende Wörter.
Kein Diktat: Wenn schwere Dysorthographie (anders bewerten).
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Kompensationsstrategien {#strategies}
Technologische Hilfsmittel
Rechtschreibprüfung:
Systematisch: Computer, Tablet.
Lernen: Zu verwenden (nicht alles automatisch – Wahl der Korrekturen).
Nicht betrügen: Kompensatorisches Hilfsmittel (wie Brille).
Gesprochene Diktation:
Software: Dragon, integrierte Funktionen (Telefon, Computer).
Befreit: Von der Schreibbelastung (Ideen verbalisiert, transkribiert).
Grenzen: Interpunktion, Homophone (Überwachung notwendig).
Wortvorschlag:
Vorschläge: Wörter während des Schreibens (reduziert Fehler).
Memorierung: Korrekte Rechtschreibungen visuell gespeichert.
Gedächtnishilfen
Referenzmaterialien:
Häufige Wörter: Im Klassenraum veröffentlicht, persönliche Liste des Schülers.
Homophone: Tabellen (to/too, there/their, your/you’re + Differenzierungstipps).
Regeln: Vereinfacht, visuell (Poster, Tischunterlagen).
Farbkodierungen:
Übereinstimmungen: Hervorheben (Subjekt blau, Verb rot, Pfeilverbindungen).
Art: Substantive grün, Verben rot, Adjektive gelb (visuelle Identifikation).
Eselsbrücken:
Erstellen: Mit Schüler (personalisierte = einprägsame).
Beispiele: „to“ Verb → durch „going to“ ersetzen („I want to go“ → „I want going to go“ = korrekt).
Korrekturstrategien
Gezielte Korrektur:
Nicht alles: Fokussieren auf 1 Fehlertyp.
Beispiel: 1. Korrektur = Nur Subjekt-Verb-Übereinstimmungen. 2. = Homophone. Usw.
Werkzeuge:
Raster: Überprüfung (Checkliste der Fehlertypen).
Peers: Kreuzkorrektur (anderer Schüler, unterstützend).
Zeit: Extra (dysorthografische Korrektur 2-3x länger).
Anforderungen reduzieren
Menge:
Weniger Schreiben: 5 reiche Sätze (vs 20 hastig).
Qualität: Inhalt (vs Menge).
Formate:
Mündlich: Priorisieren (Präsentationen, Audioaufnahmen).
Diagramme: Mindmaps, annotierte Zeichnungen (vs lange Kompositionen).
Bewertungen:
Multiple Choice: Vs offene Fragen (Schreiben reduzieren).
Mündlich: Vs schriftlich (Kenntnisse bewerten, nicht Rechtschreibung).
Angepasstes Training
Rechtschreibspiele: Lustig, progressiv, ohne Druck.
Phonologie: Klangbewusstsein (Grundlage).
Visuelles Gedächtnis: Häufige Wörter (Spiele).
Logopädie:
Nachbesserung: Speziell (Phonologie, orthografisches Gedächtnis, Strategien).
Regelmäßig: Mindestens 1-2x/Woche.
Geduld: Langsamer Fortschritt, aber möglich.
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Lehrertestimonials
Claire, 2. Klasse Lehrerin
„Emma hatte 40 Fehler in Diktaten mit 20 Wörtern. Alles in rot = Tränen. DYNSEO-Training: gelernt, angepasste Korrektur. Jetzt: 5 Wörter max korrigiert (Ziele), korrekte Wörter in Grün hervorgehoben, Inhaltsnote von Rechtschreibung getrennt. Emma neu motiviert (sieht Fortschritt), längere Produktionen (trauert sich zu schreiben). Dysorthographie bleibt, aber verwaltet, akzeptiert.“
Marc, 3. Klasse Lehrer
„Tom alles phonetisch (‚he goed to school‘). Katastrophale Diktate (0/20 systematisch). DYNSEO-Raster verwendet: phonetische + lexikalische Dysorthographie identifiziert. Anpassungen (vorbereitete Diktate, Computer + Rechtschreibprüfung, Prioritäteninhaltbewertung). Logopädie gestartet. Tom macht langsam Fortschritte, schreibt aber jetzt (vs vermieden). Faire Bewertung = Schlüssel.“
Sophie, 4. Klasse Lehrerin
„Lucas keine Übereinstimmungen (Plural, Geschlecht, Konjugation). Dachte ‚kennt die Regeln nicht‘. Training: gelernt, grammatikalische Dysorthographie (Automatisierung unmöglich, Arbeitsgedächtnis). Strategien gelehrt (Farbkodierungen, gezielte Korrektur, Kontrollraster). Lucas wendet an (mühsam), Fehler verringern (50% vs 90%). Verständnis des Mechanismus = effektiv anpassen.“
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Fazit: Erkennen, um fair anzupassen
Dysorthographie ist kein Mangel an Arbeit, Konzentration oder Intelligenz. Es ist eine neurologische Störung, die den normalen Rechtschreiberwerb trotz intensiver Bemühungen verhindert. Die Identifizierung von Arten wiederkehrender Fehler ermöglicht eine faire Bewertung, effektive Korrekturen, kompensatorische Anpassungen. Denn perfekte Rechtschreibung ist kein realistisches Ziel für dysorthografische Personen. Aber Fehlerreduktion, Kompensationsstrategien und Akzeptanz von Unterschieden sind möglich. Und erlauben es zu schreiben, zu kommunizieren, erfolgreich zu sein.
Schlüssel zur Unterstützung der Dysorthographie:
1. ✅ Fehlertypen identifizieren (phonetisch, lexikalisch, grammatikalisch)
2. ✅ Profil bewerten (Diagnosediktate, Raster)
3. ✅ Selektiv korrigieren (3-5 Fehler max, nicht alles in Rot)
4. ✅ Wert auf Inhalt legen (Ideen, Struktur vs Rechtschreibung)
5. ✅ Bewertungsskalen anpassen (Inhalt/Rechtschreibung separat)
6. ✅ Kompensieren (digitale Hilfsmittel, Gedächtnishilfen)
7. ✅ Anforderungen reduzieren (Menge, Formate)
8. ✅ Trainieren (Störung verstehen, differenzierte Bewertung beherrschen)
Dysorthographie kann kompensiert, umgangen werden. Unser DYNSEO-Training lehrt angepasste Bewertung + Korrektur. COCO THINKS und COCO MOVES trainiert Rechtschreibung spielerisch. Sie können die Beziehung des dysorthografischen Schülers zum Schreiben transformieren.
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Hinter jedem Papier voller Rot steht ein Kind, das es versucht hat. Das nachgedacht, gesucht, korrigiert, kopiert hat. Das dachte, „with“ wird „wif“ geschrieben, weil es logisch ist. Das das Plural-s vergisst, weil ihr Gehirn es vergisst. Nicht weil sie sich nicht kümmern. Nicht weil sie nicht arbeiten. Einfach wegen Dysorthographie. Und wenn man typische Fehler erkennt, fair bewertet, mit Freundlichkeit korrigiert, kann dieses Kind weiterhin schreiben. Trotz Fehlern. Trotz allem. Denn Schreiben bedeutet Kommunizieren. Und das können sie.
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